Beim zweiten Hinsehen ist man nun fast geneigt zu sagen: "Ok, es ist eine Strasser-Hemmung". Der Antrieb über eine Antriebsfeder ist ein charakteristisches Bauelement dieser Hemmung, die vor 100 Jahren von Prof. Ludwig Strasser geschaffen wurde. Aber auch hier erkennt man bei genauem Hinsehen einen Unterschied. Wenn bei der Strasser-Hemmung die Antriebsfeder nach dem Auslösen gespannt wird, dann entzieht sie dem Pendel solange Energie, bis dieses seine Endlage erreicht hat. Erst ab dann gibt die Antriebsfeder, die in Ihr gespeicherte Energie an das Pendel ab. Der eigentliche Energiegewinn für das Pendel vollzieht sich aber erst, wenn dieses durch die Nulllage schwingt. Bei der Haldimann-Hemmung erfolgt die Energiezufuhr hingegen direkt nach dem Auslösen.


Die Vorzüge

Die Haldimann-Hemmung vereint demnach wichtige Konstruktionsmerkmale beider Vorgänger - der Strasser und der Graham-Hemmung. Von Graham der einfache Aufbau (keine Ruhepaletten wie bei Strasser) und von Strasser die Antriebsfeder (keine Ruhereibung wie bei Graham).
 
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